Kampfamazonen im Einsatz

So aggressiv, wie diese Überschrift sich liest, gestaltete sich die Stimmung in meiner letzten Arbeitswoche. Überall brodelte und kämpfte es um mich herum. Fassaden zerfielen oder es wurden neue, schon gleich am Anfang bröckelnde Fassaden präsentiert. Wahnsinn, was da gerade alles abgeht. Vor allem war es der Sumpf aus der letzten Geschichte, der mich weiter zwar nicht aktiv beschäftigte, aber indirekt waberte da noch sehr viel Informationen zu mir. Informationen über Geschehnisse, die, wenn sie nicht so hanebüchen wären, schon wieder für Heiterkeit sorgen könnten. Verrückte Zeiten sind das.

Ich will da auch nicht weiter detailliert drauf eingehen, es muss sich auch bei mir noch alles setzten. Nur so viel: Die Gleichstellungsbeauftragte, gleichzeitig ehemalige Bürgermeister-Kandidatin, trat erstmals seit der Wahl im Herbst letzten Jahres wieder in Aktion und betätigte sich als Kampfamazone, allerdings ging ihr Aktionismus genau in die falsche Richtung.

Zum Glück war ich nicht direkt involviert, aber die Folgen des Kampfamazonen-Einsatzes könnten auch (negative) Folgen für meinen Arbeitsalltag haben. Aber damit werde ich mich dann auseinandersetzen, wenn bzw. falls es soweit kommen sollte. Natürlich beschäftigt einen so ein Wirrwarr in der unmittelbaren Umgebung auch sehr. Zum Glück hatte ich gerade in dieser Woche einige Termine mit einigen langen Wegen im Sonnenschein, die ich noch mit Umwegen in die Länge zog. Die Bewegung tat mir gut und brachte das innere Gleichgewicht zurück. Nur die Nächte gestalteten sich unruhig, aber da musste ich durch. Mit Musik übersteht man alles.

Am Freitag hatte ich, weil es gerade so in der Wochenstimmungs-Luft lag, eine direkte Begegnung mit einer Kampfamazone. Die „Objektverantwortliche“ unserer Reinigungsfirma für unseres und noch 59 weitere „Objekte“ hatte gewechselt. Nur erfuhren wir davon gerüchteweise durch unsere Reinigungskräfte. Die Neuigkeit wurde mir schon mit den Worten serviert: „Die hat Haare auf den Zähnen!!!“ Bei einem solchen Wechsel der Verantwortlichkeiten ist es üblich, dass ich offiziell informiert werde und dass sich die neue Ansprechpartnerin vorstellt. Ich war ja nun seit zwei Monaten gespannt auf die Dame mit den behaarten Zähnen, aber nichts passierte. Als ich nun die jährliche Frühjahrs-Grundreinigung organisieren wollte, brauchte ich dafür einen offiziellen Ansprechpartner. Ich fragte mich also innerhalb der Reinigungsfirma bis zu der Dame mit den behaarten Zähnen durch, und wir einigten uns auf einen Termin am Freitag. Vorher hatte ich die Intuition, meine Kollegin vom  Museum dazu zu holen, die erstmal aus allen Wolken fiel, als sie hörte, dass wir eine neue Ansprechpartnerin hatten. Ich informierte auch unsere Reinigungskräfte darüber, dass die Vorarbeiterin am Freitag im Hause sein würde und sie sich deswegen bemühen sollten, das Haus besonders gründlich zu reinigen. Denn da gibt es, nebenbei bemerkt, immer mal Probleme, es hat auch gerade eine der beiden Reinigungskräfte gewechselt, die Neue ist noch etwas schüchtern und in der Einarbeitung und man muss sie ja nicht ins offene Messer laufen lassen.

Also alle Vorkehrungen waren getroffen, als die Kampfamazone in Begleitung ihrer Kollegin erschien. Es war eine wirkliche Kampfamazone. Ich werfe sonst nicht mit solchen Begriffen um mich, aber als ich die Frau sah und erlebte, war dieses Wort sofort in mir. Klein, gedrungen, die Haare streng zu einem Knoten nach hinten gebunden, schwarze Maske und lautes Organ, verbunden mit einem penetranten Befehlston. Meine Museums-Kollegin und ich zuckten ganz schön zusammen. Als erstes wurden wir „ausgemistet“, weil ich es gewagt hatte, meine Museums-Kollegin überhaupt dazu zu holen. Dann wurde ich ausgemistet, weil ich es gewagt hatte, gemeinsam mit meiner Reinigungskraft vorsichtige Terminplanungen für die Grundreinigung zu starten. Sie bombardierte uns mit Anweisungen im Befehlston, von denen fast jeder Satz im Sinne von „Hier regiere ich!!!“ unmissverständlich zu verstehen war. „Alles läuft hier über mich und die Frau … (die neben ihr stand) hat auch keine Absprachen zu treffen!!!“ Ich musste mich schon sehr bemühen, „cool“ und sachlich bestimmt zu bleiben.  Denn schließlich sind wir die Auftraggeber, also die Chefs, wenn man so will. Ganz ehrlich, ich habe schon unendlich viele Menschen kennengelernt, aber so eine Kampfamazone noch nicht. Die beiden Vorgänger in ihrem Amt, die ich innerhalb von drei Jahren erlebte, waren da weitaus entspannter, haben aber, wie man an der Zeitspanne merkt, immer relativ schnell den Job gewechselt. Für 60 Objekte, also Reinigungsstellen, verantwortlich zu sein, scheint nicht gerade ein prickelnder Job zu sein.

Als die Kampfamazone merkte, dass ich mich nicht einschüchtern ließ, versuchte sie es bei der Museums-Kollegin, die auch die Frühjahrs-Grundreinigung für das Museum organisieren wollte. „Vor April gibt es generell keine Grundreinigung, denn da sind Luft und Boden noch zu feucht und es können noch Wintereinbrüche kommen.“ – „Ja aber, wir wollen ja im April wieder öffnen! Wie soll das denn gehen?“ Dieses Problem konnten die beiden nicht klären, wie auch ich meinen Grundreinigungs-Wunschtermin nicht klären konnte. Absolute Fehlanzeige und absolutes Beißen auf Kampfamazonen-Granit. Insofern war dieser Mentalkräfte zehrende Termin eigentlich sinnlos.

Was wir aber schafften, war, dass die Kampfamazone nach einiger Zeit zu einem normalen Tonfall fand. Na immerhin. Die Museums-Kollegin hat mit ihr noch einen Termin im Museum – und jetzt ist sie ja gewarnt und kann sich vorbereiten.

Die Kontroll-Runde durch „mein Haus“ war wohl in einigen Dingen nicht zufriedenstellend, was eigentlich vorauszusehen war. „Das werde ich heute gleich auf der Dienstberatung mit Frau L. und Frau B. auswerten!“ Angesichts dieser Androhung sagte ich gleich: „Frau L. wird wohl nicht anwesend sein, denn sie hat Urlaub.“ – „Ob Urlaub oder nicht ist egal, zu einer Dienstberatung haben alle zu erscheinen!“ – „Aber Frau L. hat heute Geburtstag!“ Große Verwunderung bei allen Beteiligten und dann doch etwas menschliche Regung zum Schluss.

Es ist kein Wunder, dass dieser Firma die Reinigungskräfte ausgehen. Im letzten Jahr wurde dort reihenweise gekündigt. Wer möchte denn auch mit einem ganz engen Zeitfenster große „Objekte“ reinigen, dafür nur mit dem Mindestlohn leben müssen und noch dazu mit so einer Kampfamazone als Vorgesetzte? Früher waren die Reinigungskräfte alle bei der Stadt selbst angestellt, dann wurden sie zwecks Kosteneinsparung ausgelagert. Wie auch die Hausmeister. Bei den Hausmeistern hat man aber relativ schnell gemerkt, dass es so nicht funktioniert, und sie wieder direkt bei der Stadt angestellt. Man hat gemerkt, dass direkte Kommunikation und direkte Einflussnahme immer besser ist, als es über Dritte zu verhandeln.

Meine beiden Reinigungskräfte bevorzugen seit dem letzten Lockdown auch die direkte Kommunikation. Vorher sind sie mir aus dem Weg gegangen und haben sich auch wirklich nicht sehr bemüht. Die Kommunikation lief über ein „Servicebuch“ oder die Vorgänger der Kampfamazone. Im Lockdown hatten wir alle andere Arbeitszeiten, was dazu führte, dass ich die beiden Frauen endlich mal live sah. So in direkter Kommunikation konnte ich ein gutes Verhältnis zu ihnen aufbauen, war vor allem dem empfindlichen Fußboden in der Bibliothek sehr zuträglich war. Eine der beiden Frauen hatte jedoch kürzlich gekündigt und ist in ein Hotel gegangen, in dem sie besser bezahlt wird. Schade! Die Nachfolgerin arbeitet sich nach langer Arbeitslosigkeit gerade ein. Da ist gerade viel Fingerspitzengefühl und Diplomatie nötig, mit Druck geht da garnichts! Kommunikation und Einfühlungsvermögen sind da wichtiger denn je. Alle Kampfamazonen dieser Welt haben ausgedient!!!

Reden ist Gold

Alte Sprichwörter sind meist sehr wahr und lehrreich, aber nicht immer. Das trifft auch auf das Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ zu. In manchen Situationen ist es doch besser, miteinander zu reden.

Es gibt ja ganze, dicke Bücher über das Reden, über Rhetorik und vor allem über Kommunikation. Dieses Thema begleitet mich schon seit meiner Diplomarbeit. Damals stand neben langweiligen, schon jahrzehntelang unveränderten Rahmenthemen auch das ganz neue Thema „Kommunikation in der Bibliothek“ zur Auswahl – und wurde sofort meins. Es war die Zeit, als Vera F. Birkenbihl mit ihren Büchern und Seminaren große Erfolge feierte. Drei Studenten hatten sich in dieses Thema verliebt, und wir „fraßen“ alles, was es damals zu diesem Thema gab, machten sogar selbst ein Kommunikations-Seminar mit Videotraining und zeichneten für unsere Diplomarbeiten Gespräche mit Lesern auf Diktiergeräten auf, um diese später auszuwerten – natürlich mit Einverständnis der jeweiligen Leser. Es gab verschiedene Modelle, Gespräche zu analysieren, bzw. das, was während eines Gespräches psychisch abläuft. Noch heute ist mir diese ganze damalige Beschäftigung mit der Kommunikation eine große Hilfe.

In dieser Woche merkte ich mal wieder, wie wichtig Reden ist. Unser Hauptamtsleiter hatte aus Kostengründen die Reinigungspläne gekürzt, ohne mit den Betreffenden zu reden. Ich erfuhr erst davon, als meine Reinigungskraft mir am Abend eines Öffnungstages erzählte, dass sie jetzt nicht mehr so oft kommen wird. Erst am nächsten Tag erhielt ich eine Mail des Hauptamtsleiters mit der neuen Vereinbarung. Ich ließ es einen Tag sacken und überlegte mir, wie ich da vorgehen könnte. Mit unseren Chefs ist es manchmal nicht so einfach. Am nächsten Tag stand der Hausmeister bei mir und erzählte mir, dass in der Turnhalle der Stadt jetzt, so lange dort kein Trainingsbetrieb ist, nur einmal wöchentlich gereinigt werden soll, dies aber zu wenig ist, denn Staub fällt ja immer an und wird durch die Lüftungsanlage angesaugt, die dann bei zuviel Staub verdreckt. Der Hausmeister, schnell mal in der Opfer-Rolle, tat dann so: „Die Chefs machen ja sowieso, was sie wollen, das hilft ja nichts.“

„Das wollen wir doch mal sehen!“, dachte ich, und bezog in meine Mail, die schon in Arbeit war, das Turnhallen-Problem mit ein. Obwohl die Turnhalle ja eigentlich nicht „mein Problem“ war. (Haupt-Sozialarbeiter-Spruch der 90er Jahre: „Das ist nicht dein Problem“!) Aber auch, wenn es nicht mein Problem war, konnte ich ja mal dem Kollegen etwas unter die Arme greifen. … Es dauerte gefühlt zwei Sekunden nach Abschicken der Mail, dass ich einen sehr netten Anruf vom Hauptamtsleiter erhielt. Er sagte, es sei doch kein Problem, alles so zu machen, wie ich es vorschlug, auch eine mehrmals wöchentliche Turnhallen-Reinigung sei überhaupt gar kein Problem! Er hätte das ja auch nicht entschieden, sei ja nur dem Vorschlag der Reinigungsfirma gefolgt! Und es sollten doch nicht durch zu wenig Reinigung irgendwelche dauerhaften Schäden am Gebäude oder am Fußboden herbeigeführt werden! – Na, geht doch!!! Der Hauptamtsleiter setzte sich auch mit dem Hausmeister in Verbindung, und sie einigten sich sogar auf dreimal wöchentlich Turnhallen-Reinigung! Siehe da, sie haben miteinander geredet!!! Die Einrichtungen, die die Kürzungen so hinnahmen, gingen allerdings leer aus. Ich bin jedenfalls mit dem Kompromiss für mein Haus sehr zufrieden. Wie übrigens auch mit einem anderen Kompromiss. Denn das Geplänkel um die Reinigung war nur „Warming up“.

Der Bürgermeister hatte gelesen, dass die Bibliothek der Nachbarstadt zeitweise geschlossen wurde und wollte dies mit meiner auch tun. Er schickte den Hauptamtsleiter vor und dieser verkaufte mir das mit dem Argument, dass es doch schön wäre, wenn ich jetzt mehr Zeit im Stadtarchiv verbringen könne, wo dieses doch jetzt gerade so viele Neuzugänge hat. Oh, da musste ich schon gute Argumente liefern! Als da wären: Bibliotheken dürfen für die Aus- und Rückgabe von Medien öffnen (Landesverordnung M-V), die Leser hätten sehr großen Bedarf an Literatur und Medien, weil die Kinder zu Hause beschäftigt werden müssen und weil die Alten wegen der Kontaktbeschränkungen vereinsamen, Akten sind nicht gefährdet und stehen warm und trocken, aber hier geht es um Menschen in Notsituationen – und öffentlicher Dienst heißt Dienst für den Bürger. Und man muss sich ja nicht am schlechtesten Beispiel orientieren. Andere Bibliotheken bieten Besuchsmöglichkeit nach Terminvergabe an oder Lieferdienste oder gleich die Onleihe.
Bei so vielen Argumenten war der Hauptamtsleiter dann wieder platt und ließ mich gewähren. Statt Öffnungszeiten“ steht jetzt auf dem Öffnungsschild: „Möglichkeit zur Ausleihe und Rückgabe im Rahmen des Leihverkehrs nach Covid-Landesverordnung …“ – aber immer noch mit den gleichen Öffnungszeiten. Einige Leser melden sich an, vor allem die aus den Dörfern der Umgebung, andere kommen einfach so. Und wenn ich mal länger im Archiv räumen möchte, dann ist ein Schild an der Tür „Bin im Stadtarchiv, bitte klingeln!“ Wenn man also redet, dann findet man auch Lösungen miteinander. Aber nicht miteinander reden geht überhaupt nicht!

„Liebe Kinder!“- Karten, Karten, Karten

Ich räume gerade meine Schränke aus, um die Renovierung meines Wohnzimmers vorzubereiten. Da fiel mir gestern meine alte Postkartensammlung in die Hände, und ich las mich fest. In der Familie und im Freundeskreis „flogen“ zu DDR-Zeiten unzählige Postkarten hin und her. Viele davon habe ich aufgehoben. Nun las ich mich fest, obwohl doch jede Menge Arbeit auf mich wartete und noch wartet.

Meine Schwester beschrieb detailliert ihre Wanderungen mit ihrem damaligen Freund und meinem heutigen Schwager. Meine Freundinnen schrieben einfach so, weil wir uns lange nicht gesehen hatten, und erzählten aus ihrem Alltag. Familienmitglieder schrieben immer dann, wenn sie verreist oder beruflich unterwegs waren. Entferntere Familienmitglieder schrieben mindestens zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Eine Cousine meiner Mutter  schrieb: „Stefan kann schon laufen!“ Oh, das ist der Stefan, dessen drei Kinder heute auch schon mehr als nur laufen können! 🙂 Eine Schulfreundin schrieb in den 1970er Jahren: „In Gdansk haben wir zwei Kirchen besucht. Die Kirchen haben Figuren. (manche sogar vergoldet). Die eine Kirche die hat eine riesengroße Orgel, die noch zusammengebaut werden muß. Die beiden Kirchen sind im Wert von „unbezahlbar““ Köstlich! Wir müssen damals in der 4. Klasse gewesen sein, und der Fokus meiner damaligen Freundin hat sich bis heute nicht geändert. Materielles ist für sie besonders wichtig. Aber gut, das ist ja ihr Leben und ich lebe meins … 🙂 Die Kollegen meiner allerersten Bibliothek schrieben mir eine Geburtstagskarte und unterschrieben alle. Manche  leben heute schon nicht mehr. Karten schrieben mir sogar Klassenkameradinnen, mit denen ich nie näher befreundet war. Und von unseren „Westverwandten kamen immer schöne, bunte Urlaubskarten, die uns vor Neid erblassen ließen. 🙂 Eine West-Großcousine meiner Mutter schrieb mir regelmäßig zu Geburtstagen, das hatte ich auch völlig vergessen.

Ganz viele Karten sind mit einer schnörkeligen, leicht nach links geneigten Schrift gefüllt. Oh, ich verdrängte völlig, dass meine Oma mir so viele schöne, aussagekräftige Karten geschrieben hatte. Als ich im Internat war, schrieb sie mir bestimmt 2 – 3x pro Lehrgang. Sie wusste, dass ich Tiere mag, also kamen von ihr ganz oft Hunde- und Katzenpostkarten. Wenn sie an die ganze Familie schrieb, dann hieß es: „Liebe Kinder!“ Wenn sie an mich schrieb, dann redete sie mich nie mit meinem Kosenamen an, wie der Rest der Familie und Freunde es taten. Meine Oma (1918 – 1994) ist auf dem Dorf aufgewachsen und war im Alter sehr reiselustig. Sie konnte richtig lebendig schreibend erzählen – das wusste ich überhaupt nicht mehr. Mir hatte sich nur eingeprägt, dass sie am Telefon immer sehr kurz angebunden war. Aus den Karten meiner Oma und der restlichen engeren Familienmitglieder ist noch heute eine tiefe Liebe zu spüren. Das ist es, was mich so fasziniert. Man suchte eine schöne Karte aus, die dem Empfänger gefallen würde, hielt einen Moment inne im Erleben, sammelte seine Gedanken und schrieb. Eine schöne Sache war das!

Mit SMS, Handy und Mail ist eigentlich ein schöner Teil der Alltagskultur  zwar noch nicht verloren-, aber stark zurückgegangen. Schade!!! Ich (Jahrgang 1968) schreibe heute noch gern Ansichtskarten aus dem Urlaub und habe es auch geschafft, dass in meinem Arbeitsort eine tolle Ansichtskartenserie aufgelegt wurde, die sich sehr gut verkauft. Einige meiner Freundinnen habe das Kartenschreiben auch bis heute beibehalten, und die ältere Generation sowieso. Aber die jüngere Generation kommuniziert anders. Gut, das muss man auch akzeptieren. Alles hat seine Zeit. Auch mein Blog ist ja eine andere Form der Kommunikation – und wer weiß schon, wie wir in zehn Jahren kommunizieren werden? Vielleicht durch Telepathie?

Auch die Briefe schaute ich durch. Von einer Freundin, die eigentlich heute keine Freundin mehr ist, weil wir uns einfach „auseinandergelebt“ haben, erhielt ich im Jahr 2000 einen Brief, in dem sie sich sehr ernst darüber beklagte, dass sie so wenig von mir liest. Das nahm ich danngleich gestern zum Anlass, ihr zu schreiben und über das zu berichten, wie ich die letzten Jahre verbrachte.